News: Januar 2008
Januar 2008: Hopfen und Malz!
Geologen sind ja gewöhnlich starke Biertrinker. Segelflieger auch. Segelfliegende Geologen müssten von daher eigentlich Bier auf Kassenrezept erhalten, um Gesundheitsschäden durch Entzugserscheinungen zu vermeiden.
Nun sind zwar in Norwegen die Bierpreise durchaus als Apothekenpreise einzustufen, und mit dem Vinmonopolet gibt es ja auch so eine art Apotheke für alles was mehr als 5 Prozent Alkohol hat, aber auf den erheblichen Kosten bleibt der Patient leider am Ende doch sitzen.
Die Konsequenzen dieser tragischen Situation wurden uns in Oslo schnell schmerzhaft deutlich. Eine Lösung musste her und das schnell, da sich bereits erste Krankheitssymptome einstellten. In dieser Situation entsannen wir uns der Webseite von ZBiO (Zwei Bremer in Oslo). Die beiden hatten in vergleichbarer Situation angefangen, ihr Bier selbst zu brauen. "Das können wir auch", dachten wir uns, schließlich hatte Stefan das schon mal gemacht: Vor 25 Jahren nach einem Rezept der "Hobbythek", einer damals beliebten do-it-yourself Fernsehreihe. Kurzerhand marschierten wir also eines Dezembertages in den örtlichen Europris und erstanden eine Grundausstattung für die Heimbrauerei. Das teuerste war dabei, das nötige Leergut zu beschaffen. 9 Liter Flaschenraum hatten wir in Form von 1- und 2-Liter Biersyphons aus Deutschland mitgebracht (leer, ein großer Fehler!). Die fehlenden 12 Liter mussten wir also erst kaufen und austrinken, eine ganz erhebliche Investition.
Am 3. Januar ging es richtig los. Das erste Bier wurde angesetzt. Um am Anfang nicht zu viel falsch machen zu können hatten wir eine fertig angesetzte Maische gekauft, die nur noch in kochendem Wasser aufgelösst und dann nach Abkühlung mit Hefe versetzt werden muss. Solche Pakete für je 22 Liter Bier gibt es hier in vielen Geschäften und etlichen Geschmacksrichtungen. Kurioserweise ist der Besitz sämtlicher Gerätschaften für die Alkoholherstellung in Norwegen völlig legal.
Im Laufe der nächsten drei Wochen war es in der Küche an der Heizung ständig am blubbern. Omi machte einen weiten Bogen um das Gärgefäß, so richtig geheuer war ihr die Sache nicht. Nach etwa 6 Tagen stieg die Spannung ständig an. Mit einem Hydrometer wurde jeden zweiten Tag das spezifische Gewicht (und damit der Restzuckergehalt) ermittelt. Wann würde das Bier fertig für die Flaschenabfüllung sein?
Es war am 18. Januar fertig! Die Leergutvorräte haben ganz genau ausgereicht, am Ende blieb nur genau ein 0,5 Liter Krug übrig, der natürlich sofort einer geordneten Entsorgung zugeführt wurde. Stefan ist da sehr gewissenhaft...
Und weitere 10 Tage später hat sich durch die Flaschengärung auch ein ausreichender Kohlensäuredruck aufgebaut, so daß das erste selbstgebraute Bier nun in den Keller wandern kann um noch etwa 2-4 Wochen zu reifen. Natürlich haben wir bereits einige Testflaschen geöffnet -und es hat geschmeckt!
In Zukunft wollen wir nach und nach dazu übergehen, die Maische aus den Rohzutaten selbst anzusetzen. Diese müssen aber erst beschafft werden -und das ist selbst in Norwegen nicht so ganz trivial.
Die notwendige Fachliteratur ist seit Weihnachten im Haushalt vorhanden. Da gibt es eine ganze Menge faszinierender Rezepturen. Zum Beispiel das Blutorange-Hefeweizen, das wir unbedingt rechtzeitig zum Sommer ansetzen müssen. Wir werden berichten...
Mehr Bilder aus unserer Hausbrauerei gibt es hier.